Henk Zwartepoorte

Eigentlich fehlen mir die Worte. Völlig überraschend verstarb Henk Zwartepoorte in seinem Urlaub in Australien am 28. Oktober 2016. Er war gerade einmal 67 Jahre alt und hatte noch jede Menge vor.

Henk war unermüdlich in seinem Bestreben etwas Gutes für Amphibien und Reptilien zu tun. Zum einen tat er dies, in dem er sich sein Leben lang Wissen über die Tiere aneignete und dies wiederum verbreitete. Er war als Fachmann international anerkannt, überall gern gesehen und gehört. Aber er war eben nicht nur in der Theorie eine Koryphäe, er war zum anderen in der Praxis ein Macher. Er packte an.

Alles aufzuzählen, was er im Einzelnen getan hat, würde zu weit führen, aber diese Eckpunkte sind wohl mit die wichtigsten:

1994 war er einer der Gründer der Niederländischen Overkoepelend Orgaan Stamboeken (OOS) und wurde deren Vorsitzender.

Innerhalb und außerhalb der Niederlande verbreitete Henk seine Ideen von Zuchtprogrammen für verschiedene vom Aussterben bedrohte Arten. Er warb um Mitstreiter und als Ergebnis nahmen viele Reptilien- und Amphibienhalter aus anderen Europäischen Ländern am Niederländischen Zuchtbuch teil ebenso wie einige Europäische Zoos.

Im Jahre 2003 wurde dann aus der OOS die European Studbook Foundation (ESF). Vom Start bis zum 1. Januar 2016 war Henk weiterhin der Vorsitzende. Aber auch danach blieb der dem ESF als Co-Zuchtbuchführer weiterhin treu.

Mit der Unterzeichnung der Vereinbarung der „Memorandum of Understanding between the European Association of Zoos and Aquaria (EAZA) und dem ESF erreichte er eine erfolgreiche Zusammenarbeit zwischen diesen beiden Organisationen.

Vom 1. Januar 2007 bis heute war Henk der Vorsitzende der „Turtle Survival Alliance Europe“.

Als er nach seiner Tätigkeit als Kurator für Amphibien und Reptilien des Rotterdamer Zoos in seinen „Ruhestand“ ging, hätte man es eher als „Unruhestand“ bezeichnen können, denn er widmete sich der Realisation seines nächsten großen Projektes, der „ReHerp Foundation“ dessen Gründer und Präsident er war. Er wollte ein Zuchtcenter für gefährdete Reptilien- und Amphibien verwirklichen und baute dafür noch im Juli diesen Jahres kräftig mit. Das große Ziel sollte dann die Wiederansiedlung der Tiere in ihren Ursprungshabitaten (in geschützter Umgebung z. B. in Reservaten) sein. Die ersten Arten waren Testudo kleinmanni, Mauremys annamensis und Shinisaurus crocodilurus. Auf unserer Jahrestagung am 20. November wollte er ursprünglich einen Vortrag zu diesem Projekt und der Bedeutung von Erhaltungszuchten in menschlicher Obhut halten. Diesen Vortrag hat Henk wegen seines Australienurlaubs verschieben müssen. Nun wird er ihn nie mehr halten. Hier der Link zu seinem Projekt:

www.reherp.com

Henk verband Menschen, Vereine, Verbände und Organisationen miteinander. Er knüpfte und „ver-“knüpfte Kontakte, er hielt Vorträge und hatte trotz aller Aktivitäten immer ein offenes Ohr für Probleme und Fragen.

Und er war noch etwas, er war ein sehr, sehr sympathischer Mann und Mensch. Seine ruhige, interessierte Art an jeder Meinung und sein trockener Humor werden mir nicht nur immer in Erinnerung bleiben, sondern vor allem sehr fehlen.

Wir alle wünschen seiner Frau Mary in diesen furchtbaren Stunden die Stärke, die sie benötigt und fühlen mit ihr.

Ich persönlich kann mir nur vorstellen, wie jetzt er mit Hans-Dieter neue Projekte anschieben wird.

Erica Hamers, Vorstandsmitglied für Finanzen