In stillem Gedenken:                         Hans-Dieter Philippen 

Wie fasst man etwas in Worte, was man persönlich noch überhaupt nicht begreifen kann?
Am 08. Mai 2016 verstarb unser Gründungsmitglied Hans-Dieter Philippen.
Als ich einen Tag später den Anruf von seiner Lebensgefährtin Elke Grunwald erhielt, war dies einer der seltenen Momente in meinem Leben, in dem mir die Worte fehlten, und ich nicht wusste, was ich sagen sollte.
Es hat Tage gedauert, bis ich wirklich realisieren konnte, was Elke mir da mitgeteilt hatte.
Die vielen Gespräche der folgenden Tage zeigten mir, dass es allen anderen genau so ging.
Vollkommen unvorbereitet traf uns die Nachricht von Hans-Dieters Tod.
Mit gerade einmal 58 Jahren, hat der diese Welt, und damit auch uns, viel zu früh verlassen.
Lange habe ich mir darüber Gedanken gemacht, wie ich, als 1. Vorsitzender der ViVe e.V. aber auch als Freund von Hans-Dieter, diesen Nachruf angehe.
Auf die Veröffentlichung seines Lebenslaufes möchte ich hier verzichten, denn Hans-Dieter haben andere Dinge ausgemacht!
Mitte der achtziger Jahre haben wir uns kennen gelernt und in den folgenden Jahrzehnten viel miteinander erlebt.
Er war ein Mensch, der auf jeden zuging und für jedermann ein offenes Ohr hatte.
Dies sieht man besonders an seinem riesigen Freundes- und Bekanntenkreis, sowohl national als auch international.

Hans-Dieter war es, der als erster in den Achtzigern Literatur zu den Stadtgruppentreffen und anderen Veranstaltungen mitbrachte und damit für jedermann leicht zugänglich machte. Auch bei mir hat er den „Funken“ zum Thema Literatur entfacht, was heute in einer brauchbaren „Bibliothek“ erkennbar ist.
Aber es waren noch viel mehr Dinge, die ihn ausmachten.
Wie viele Veranstaltungen haben wir gemeinsam geplant, organisiert und durchgeführt.
Immer konnte man sicher sein, dass er gute Vorschläge und Ideen hatte oder auch Referenten kannte, welche das geplante Programm bereicherten.
Aber auch er selbst hat uns, dank seiner Leidenschaft fürs Fotografieren, immer an seinen „Abenteuern“ teilhaben lassen.
Ob als Vortrag oder gedruckt in Artikel- oder Buchform, die Liste seiner Veröffentlichungen ist ellenlang.
Neben tollen Bildern waren sie aber auch immer lehrreich, ohne dabei den Zeigefinger zu erheben.
Als die politische Arbeit immer mehr an Bedeutung gewann, konnte man auch hier auf Hans-Dieter zählen. Ob es um die „Mindesthaltungsrichtlinien für Reptilien“, Börsenverbote oder Gefahrtiere ging, stets war er zur Stelle, wenn man ihn brauchte.
Dank seiner guten Fremdsprachenkenntnisse war er diesbezüglich auch international ein gefragter Mann.
Diese Liste ließ sich noch sehr lange fortsetzen und es gibt vieles, was man zu Hans-Dieter schreiben könnte.
Ich möchte an dieser Stelle „nur“ noch auf einen Punkt eingehen, der für viele von uns wichtig war.
Gemeint ist seine Arbeit mit und für Schildkröten. Auch wenn Hans-Dieter extrem vielseitig interessiert war, steckte hier doch seine große Leidenschaft drin.
Egal, ob man eine Schildkröte (tot oder lebendig oder Teile davon) bestimmt haben musste, eine suchte oder abgeben wollte, Kontakt zu Haltern oder Literatur zu einer bestimmten Art suchte, er war immer der richtige Ansprechpartner.
Er nahm sich für jedermann Zeit und bemühte sich immer, einem weiter zu helfen.
Es wird noch lange dauern, bis ich mich an die Tatsache gewöhnt habe, dass ich auf eine Veranstaltung komme oder einfach nur eine Frage habe und Hans-Dieter ist nicht da.


Sein viel zu früher Tod hinterlässt eine nicht zu schließende Lücke und ist ein kaum in Worte zu fassender Verlust für die vivaristische Welt.

Unser besonders Mitgefühl gilt seiner Lebensgefährtin und seiner Familie.

Markus Juschka
1.Vorsitzender